Heimatblatt Nr. 059

Titelbild

Grube Gute Hoffnung am Leimbach, Abriss des "Herrenhauses" für den Straßenausbau nach Henschhausen

Deckblatt und Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • ln eigener Sache
  • Es stand in der Zeitung
  • 200 Jahre Männergesangverein Oberdiebach Leseprobe
  • Die Wette
  • Die Grabplatte des Ulrich von Manubach und seiner Frau Agnes im Zisterzienserkloster auf dem Disibodenberg
  • Eintrag im Hausbuch von Friedrich Hütwohl (Nauheim) vom Jahr 1922
  • Die Bacharacher Winzertrachtengruppe beim Hamburger "Weltkongreß für Freizeit und Erholung" 1936
  • Pfarrer Peter Schneider (1944 - 2022)
  • Bacharacher Winzer brachten Weinbaukunst nach Essen-Kettwig

Leseprobe

Leseprobe  200 Jahre Männergesangverein Oberdiebach (Autor: Thomas Stassen)

Im Jahre 2022 kann der Männergesangverein "Eintracht" 1822 Oberdiebach e.V. sein 200-jähriges Bestehen feiern. Es ist ein außergewöhnliches Jubiläum, denn der Verein ist neben dem MGV Linz der älteste Gesangverein in Rheinland-Pfalz. Doch wie kam es zu der Gründung? Zum einen war nach den Wirren der Französischen Revolution und den Freiheitskriegen unsere Landschaft an das Königreich Preußen gefallen und damit wieder Ordnung und Ruhe eingekehrt. Zum anderen hatte gerade diese Zeit große Freiheitsdichter wie Ernst Moritz Arndt, Theodor Körner, Max von Schenkendorf und viele andere hervorgebracht. Viele ihrer Dichtungen wurden von guten Komponisten vertont. Überall ertönten Lieder, vor allem das Lied vom deutschen Rhein.

Wie alles begann
Damals, man schrieb das Jahr 1822, kam ein junger Lehrer namens Heinrich Jakob Feld aus Steinbach im Hunsrück nach Oberdiebach. Nach einer handschriftlichen Chronik von Wilhelm Oertel, bekannt als Schriftsteller unter dem Namen W.O. von Horn, der zu dieser Zeit Pfarrer im Nachbardorf Manubach war, zeichnete sich das Jahr durch herrliche Witterung aus. Bereits vom Frühling an hielt sich das Wetter beständig gut. Dies mag mit dazu geführt haben, dass die Oberdiebacher Dorfjugend abends vom Marktplatz aus Gesang erklingen ließ, namentlich die zu Herzen gehenden Volkslieder, handelnd von Liebe und Minne und von Scheiden und Leiden. Dem jungen Lehrer gefiel der Gesang der jungen Männer und sein musikalisches Talent ließ in ihm den Entschluss reifen, die Jugend an Abenden zu sammeln und den Gesang mit ihnen zu üben und zu pflegen

Gesagt, getan! Am folgenden Tag ging der Büttel (Gemeindediener) mit der Schelle durchs Dorf und forderte alle sangesfrohen Jünglinge und Männer zu einer Versammlung am folgenden Abend im Schulsaale auf, zwecks Gründung eines Gesangvereins. Welches war nun der Erfolg dieser Bekanntmachung durch die Ortsschelle? Einige kamen mit Freuden, andere noch etwas zaghaft. Mit Wenigen wurde der Anfang gemacht, aber immer mehr kamen nach, da die Freude am vielstimmigen Lied wuchs. So konnte ein Gesangverein gegründet werden, wohl der erste in der ganzen Umgebung. Im Protokollbuch des Vereins, das 1862 begonnen wurde, beginnen die Statuten des Vereins mit dem folgenden Satz: "Im Jahre 1822 konstituierte sich unter dem damaligen Lehrer Feld in hiesigem Orte ein Gesangverein, der sich späterhin den Namen ,Eintracht' zulegte".

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